Erstellt: 2025-07-09
Folgendes Szenario ist für mich geeignet, wenn ich keine separaten Datenträger am Proxmox-Host verwende, sondern mittels NAS-Freigaben agiere.
Proxmox-Storages können sowohl lokale Geräte (z. B. interne SSDs, NVMe oder alte drehende Platten) als auch externe Freigaben sein – etwa von einem NAS im Netzwerk. Sobald ich ein Storage korrekt eingerichtet habe, taucht es auch ganz brav in der Proxmox-Weboberfläche auf. Kein Hexenwerk, aber manchmal ein bisschen zickig, wenn man vergisst, die Rechte oder Pfade sauber zu setzen.
Beispiel aus meinem Setup: Ich binde ein externes NAS per hinzugefügtes Storage ein. Das Ganze wird bequem über die UI erledigt. Danach steht mir das NAS-Storage in Proxmox zur Verfügung – als wäre es direkt im Server verbaut. Praktisch, wenn man viel Platz braucht, aber keine Lust hat, den Proxmox-Knoten mit Festplatten zuzustopfen. Und das Beste: Die Container oder VMs merken davon kaum etwas – die denken einfach, sie hätten ein besonders geräumiges Zuhause.
Vorarbeit – Ext. Freigabe als Storage hinzufügen:
Wann ist das überhaupt sinnvoll? In meinem Fall zum Beispiel: Ich habe kein externes Laufwerk direkt am Proxmox-Host hängen, sondern nutze lieber eine Netzwerkfreigabe – konkret eine Freigabe von meinem NAS. Das spart mir nicht nur USB-Gefrickel oder interne Laufwerksplätze, sondern macht das Ganze auch flexibler. Wichtig ist natürlich, dass die Freigabe am NAS (oder welchem Gerät auch immer) korrekt eingerichtet ist – inklusive Netzwerkzugriff, Rechten und ggf. Benutzer-Authentifizierung. Erst dann kann ich sie sauber in Proxmox einbinden – etwa per NFS oder SMB/CIFS – und als Ablage für Backups, VM Disks, CT Volumes, Iso-Images, Container-Templates und Schnipsel. Nun das Beispiel einer NFS-Freigabe:
- Rechenzentrum
- Storage
- Hinzufügen
- NFS
- ID: nfs-storage
- Server: 192.168.1.150 (IP der NAS, welche die Freigabe zur Verfügung stellt)
- Export: /export/proxmoxbackup (die Freigabe wird mittels Dropdown-Menu automatisch erkannt)
- Inhalt: ALLES auswählen (alles hintereinander 1x anklicken)
- Hinzufügen
- NFS
- Hinzufügen
- Storage
Ähnlich funktioniert das auch für alle weiteren Freigaben-Modi.
Ist das für mich sinnvoll? Absolut! Da ich am Raspberry Pi aus technischen Gründen hauptsächlich SMB-Storage nutzen kann (andere Varianten zicken gerne mal rum), verwende ich gern dieses Setup – natürlich SMB/CIFS anstatt NFS – für meine Backups von LXCs und VMs. Funktioniert zuverlässig – und mein NAS kümmert sich um den ganzen Festplattenkram, während der Pi brav seine Container pflegt.
Aber das ist noch nicht alles: Ich nutze SMB-Freigaben nicht nur als Backup-Ziel in Proxmox, sondern binde externe Netzwerkfreigaben auch direkt in meine LXC-Container ein. So können die Container z. B. direkt auf Medien oder Daten vom NAS zugreifen – ohne dass der Proxmox-Host sich groß einmischen muss. Quasi Netzlaufwerk für Container – nützlich, wenn Jellyfin, Nextcloud & Co. direkt ans Futter wollen.
Mehrere LXCs benötigen ext. Storage:
Da ein LXC schnell mit Daten volllaufen kann, wenn man nicht darauf achtet, verwende ich für anfallende Daten in einem LXC ext. Freigaben. Diese können entweder durch eingerichtete Freigabeverzeichnisse eingebunden werden oder mittels SMB oder NFS gemounted werden. Da ich aber bei SMB oder NFS einen Privilegierten LXC benötige, verzichte ich meist darauf. Allerdings gibt es eine weitere Möglichkeit, die mir vor geraumer Zeit ins Auge fiel und die ich derzeit teste. Bei der Anlage eines ext. Storage habe ich in diesem Verzeichnis ein Unterverzeichnis Namens Private. Dort lege ich weitere Verzeichnisse an, die ich dann für meine jeweiligen LXCs als Mountverzeichnisse einbinde. Hier ein Beispiel:
Ich installiere vorab Jellyfin in einem LXC und füge später eine Freigabe als Mount hinzu. Das LXC hat die ID 107. Zuerst die Freigabe am Storage erstellen. Hierzu gehe ich in die Node (pve1) und gebe folgendes ein (funktioniert nur, wenn ein Storage, wie im ersten Beispiel) angelegt wurde):
mkdir -p /mnt/pve/smb-storage/private/media
- smb-storage = der Name des von mir angelegten Storages!
- private = ist schon vorhanden und /mnt/pve/ das angelegte Mountverzeichnis von Proxmox, als ich das SMB-Storage anlegte
- media = mein zu verwendetes Verzeichnis für die Freigabe

Nun das Jellyfin LXC ausschalten und folgenden Befehl in der Node (pve1) absetzen:
pct set 107 -mp0 /mnt/pve/smb-storage/private/media/,mp=/mnt/media/
- 107 = Containder-ID
- -mp0 = erster Mountpoint
- /mnt/pve/smb-storage/private/media/ = mein Freigabeverzeichnis, welches gemountet werden soll
- mp=/mnt/media/ = das Mountverzeichnis im LXC
Kleiner Erfahrungsbericht aus meiner LXC-Werkstatt: Ich habe nur Leserechte, trotz „chmod 777“, was eigentlich auch gut so ist. Mit dieser Vorgehensweise ist ein Beschreiben der Freigabe im LXC nicht möglich. Wenn ich Schreibrechte direkt im LXC auf ein eingebundenes Freigabeverzeichnis brauche, muss der Container in den privilegierten Modus versetzt werden. Dafür sichere ich ihn vorher, stelle das Backup wieder her und aktiviere dabei die Option für privilegierten Zugriff. Danach kann der Container plötzlich schreiben, als hätte ihn nie jemand eingeschränkt – fast schon unheimlich.
Interessanterweise brauche ich diesen Umweg gar nicht, wenn ich eine externe SSD oder HDD direkt an meinen Raspberry Pi anschließe. In dem Fall kann ich den Container ganz entspannt im unprivilegierten Modus laufen lassen – und trotzdem problemlos Daten schreiben. Wie das geht, steht im nächsten Guide „Int. Storage hinzufügen“ beschrieben…